Pflegetipps für Holzobjekte

Pflegetipps für Holzobjekte

Sämtliche Dinge aus Holz, die Sie bei mir sehen, wurden nach dem Drechseln und Schleifen mit einem lebensmittelechten Öl bzw. mit Wachs behandelt. Warum Holz geölt oder gewachst wird und wie Sie das zu Hause machen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum wird Holz geölt?

Mit Öl oder Wachs Holzoberflächen versiegelnDas Ölen von Holz bringt entscheidende Vorteile: Beim Ölen dringt das Öl tief in das Holz ein, was die Farbpigmente anregt und die natürliche Maserung richtig zum Vorschein bringt. Man spricht im Holzfachjargon hierbei auch vom „Anfeuern“ des Holzes. Das geölte Objekt erhält einen seidig matten Glanz und die Oberfläche fühlt sich geschmeidig an.

Zudem verleiht das Öl dem Holz einen natürlichen Schutz gegen Verschmutzungen und lässt sogar kleine Kratzer verschwinden. Geölte Holzoberflächen lassen sich einfach mit einem trockenen Tuch abwischen. Starke Verschmutzungen können auch mit einem feuchten Tuch entfernt werden, wenn anschließend nachgetrocknet wird.

Ein weiterer Vorteil des Ölens von Holz ist der, dass das Holz trotz des Öls offenporig und atmungsaktiv bleibt. Auf diese Weise trägt es zu einem gesunden Raumklima bei. Es kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei trockener Luft wieder abgeben.

Als Nachteil ist anzuführen, dass geölte Holzoberflächen einer gewissen Pflege bedürfen: Von Zeit zu Zeit sollte erneut nachgeölt werden. Neuere Gegenstände erhalten im ersten Jahr frischen Glanz, wenn sie alle paar Monate nachgeölt werden. Ab dem 2. Jahr genügt es, ein- bis zweimal im Jahr etwas Öl aufzutragen.

Warum wird Holz gewachst?

Das Wachsen von Holz bringt ähnliche Vorteile wie das Ölen, jedoch mit gewissen Unterschieden: Auch beim Wachsen bleiben die Holzporen offen und können somit Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben. Die Oberfläche wird durch das Behandeln mit Wachs widerstandsfähiger gegen Verschmutzungen und lässt sich leichter reinigen.

Der Unterschied zwischen Ölen und Wachsen ist im Wesentlichen der, dass Wachs mit der Zeit aushärtet und eine feste Schicht auf der Holzoberfläche bildet. Dies geschieht beim Öl nicht. Zudem feuert Wachs die holzeigene Maserung meist nicht so stark an, wie ein gutes Holzöl. Aus diesem Grund wird vor dem Wachsen oft geölt, um das Erscheinungsbild des Holzes durch das tief eindringende Öl aufzufrischen und anschließend mit Wachs glänzend aufzupolieren.

Der Nachteil von Wachs ist folgender: Wenn es im Sommer richtig heiß wird, kann eine zu dicke Wachsschicht weich und klebrig werden, was Schmutzpartikel an die Wachsschicht binden kann. Diese Verunreinigungen sind mitunter schwer zu beseitigen. In manchen Fällen hilft dann nur noch das Abschleifen und eine Neubehandlung der Holzoberfläche.

Wie funktioniert das Ölen von Holz?

Wenn Sie Ihren Holzobjekten ein paar Monate nach Erwerb frischen Glanz verleihen und etwas Gutes tun wollen heißt es nachölen:

Besorgen Sie sich im Fachhandel oder über das Internet ein lebensmittelechtes Holzöl. Wischen Sie die Holzoberfläche mit einem trockenen Tuch ab, um etwaige Staubpartikel zu entfernen. Tragen Sie nun das Öl mit einem weichen Stück Baumwoll- oder Leinentuch auf das Holz auf und geben Sie dem Öl etwas Zeit einzuziehen.

Je nach Herstellerangabe wird nach 10 – 20 Minuten das restliche überschüssige Öl wieder mit einem weichen Tuch abgerieben und siehe da: Die Oberfläche Ihres Holzobjekts erstrahlt in neuem seidenmatten Glanz.

Nach etwa einem halben Tag ist das Öl komplett eingezogen und die Oberfläche trocken. Nun können Sie entscheiden, ob Sie zusätzlich noch eine schützende Wachsschicht auftragen möchten.

Wie funktioniert das Wachsen von Holz?

Das Wachsen von Holz funktioniert ähnlich wie das Ölen: Je nachdem, ob es sich um ein flüssiges oder festes Wachs handelt, wird mit einem Tuch oder einem kleinen Schwamm Wachs aufgetragen. Nach kurzer Einwirkzeit wird dann das überschüssige Wachs mit einem Tuch abgetragen, um eine zu dicke Wachsschicht zu vermeiden.

Nun besteht die Möglichkeit, das Wachs durch schnelle kreisförmige Bewegungen zu erwärmen und somit aufzupolieren, wodurch Ihre Holzoberfläche einen stärkeren Glanzeffekt als beim reinen Ölen erzielt.

Was ist denn nun besser? Ölen, Wachsen oder beides?

Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die persönliche Vorliebe: Mögen sie lieber richtig glänzende Oberflächen mit einem gewissen Spiegelungsgrad oder einen matten Glanz? Für einen matten Glanz reicht es aus, wenn Sie Ihre Holzoberfläche von Zeit zu Zeit mit einem guten Holzöl behandeln, wie oben beschrieben.

Soll die Maserung des Holzes möglichst stark zur Geltung kommen und die Oberfläche richtig glänzen, empfehle ich Ihnen eine Kombination aus Ölen und Wachsen. Zuerst ölen Sie die Oberfläche gut ein, lassen das Öl einwirken und tragen Sie die Reste nach 10 – 20 Minuten ab. Am besten lassen Sie die Oberfläche über Nacht trocknen und tragen das Wachs erst am nächsten Tag auf. Nach der Einwirkzeit überschüssiges Wachs abreiben und Oberfläche durch schnelle Bewegungen und leichtem Druck aufpolieren.

Welche Produkte ich verwende

Bei meiner Auswahl an Ölen und Wachsen achte ich in erster Linie auf die Lebensmittelechtheit, was bedeutet, dass ich meine Holzoberflächen nur mit Präparaten behandle, die auch für Kinderspielzeug zugelassen sind oder die sich sogar in unseren Speisen finden lassen: Leinöl oder Walnussöl beispielsweise eignen sich sehr gut zur Behandlung von Holzoberflächen und sind absolut unbedenklich.

Wer zudem einen feinen Geruch auf seiner Holzoberfläche wünscht und keine Kosten scheut, findet im Internet spezielle Holzöle mit natürlichen Aromen, wie das von mir gern eingesetzte lebensmittelechte Orangenöl.

Bei den Wachsen verwende ich entweder Bienenwachs oder das brasilianische Carnaubawachs, welches aus dem Blatt der Carnaubapalme gewonnen wird. Letzteres hat den Vorteil, eine harte Schicht auf dem Holz zu bilden und zudem Temperaturbeständig zu sein.